Geschichte

Der Gugelturm – Wahrzeichen des Hotzenwaldes
998m ü.M., auf der Gemarkung Herrischried gelegen

Der alte Gugelturm
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Der erste Gugelturm wurde 1929-1930 von der Ortsgruppe Görwihl des Schwarzwaldvereins gebaut. Der vom Architekten Jäckle aus Todtmoos entworfene, glockenförmige Turm hatte seinen Standort hinter der heute noch bestehenden Kapelle auf der kleinen Anhöhe.

Die gute Fernsicht zu den Alpen im Süden und zum Feldberg im Norden zog im Laufe der Jahrzehnte viele Menschen an. So wurde der Gugelturm bald zum Wahrzeichen des Hotzenwaldes. Nach über 40 Jahren war der Turm baufällig geworden, so dass die Ortsgruppe Herrischried des Schwarzwaldvereins, die inzwischen den Gugelturm seit vielen Jahren betreute und instand hielt, vor dem Problem eines Naubaus stand.

aktuell-gugelturmNeubau des Gugelturmes

1969 fiel die Entscheidung, den alten Turm nicht weiter zu renovieren, sondern einen neuen, höheren Turm zu bauen. Dank der finanziellen Unterstützung vieler Wanderfreunde und der Spenden verschiedener Wirtschaftsbetriebe, sowie mit Hilfe der tatkräftigen Unterstützung durch den Hauptverein des Schwarzwaldvereins konnte die Ortsgruppe Herrischried 1971 mit dem Neubau beginnen. Eine Freiburger Architektengruppe entwarf eine Konstruktion, die sich gut in den Hotzenwald einfügte. Die Planunterlagen hierfür erstellte Architekt Güdemann aus Kandern. An den Bauarbeiten waren unter anderem beteiligt: die britische Pioniereinheit 16th Field Squadron R.E., Osnabrück unter der Leitung von Oberleutnant Meir, Pioniere der Bundesgrenzschutzabteilung Coburg II, der technischen Grenzschutzabteilung Süd, Rosenheim und der Bundeswehr, VBK53.

Ein abenteuerlicher Transport

Abenteuerlich gestaltete sich der Transport der drei Douglasienstämme von je 32 Metern Länge, die vom 45 Kilometer entfernten Kandern bis zum Hotel Waldheim in Kleinherrischwand vom Fuhrunternehmer Karle aus Todtmoos-Au und von dort auf die Gugel vom Fuhrunternehmer Zumkeller aus Hartschwand bewältigt wurde. Reinhold Karle gestand nach dem geglückten Transport, dass er in seiner langen beruflichen Laufbahn noch nie solch lange Stämme gefahren hätte. Zudem hatte er von der Polizei die Weisung, während der ganzen Strecke keinen Halt einzulegen.

Einweihung des neuen Gugelturms

Am 23. Juni 1974 wurde der neue Gugelturm feierlich eingeweiht. Mehrere hundert Wanderer kamen von einer Sternwanderung zur Gugel an. Zusammen mit vielen Ehrengästen, unter denen auch Verantwortliche des Turmneubaus waren, nahmen sie teil an den Einweihungsfeierlichkeiten mit ökumenischem Gottesdienst.

Gestaltungspreis für den Gugelturm

Der Gugelturm wurde als „gestalterisch und konstruktiv hervorragend ausgeführtes Holzbauwerk“ im Wettbewerb „Holzpreis Baden-Württemberg 1979“ durch anerkennendes Lob ausgezeichnet.

Renovierungsarbeiten

In den Jahren 1992 bis 1994 mussten die drei Douglasienstämme infolge von Instabilität gegen sogenannte Leimbinderbalken ausgewechselt werden. Feuchtigkeit, die in die Stämme hochzog, hatten diese morsch und damit instabil gemacht. Diese Renovierungsmaßnahme verursachte einen Kostenaufwand von DM 250.000,–.